Der Start ins Jahr 2026 fühlt sich im Kryptomarkt seltsam vertraut an. Politisch scheint sich vieles zu entspannen, regulatorisch wird manches klarer. Trotzdem kommt kaum Dynamik auf. Bitcoin pendelt seit Tagen unterhalb der 90.000-Dollar-Marke, Altcoins reagieren selektiv, gute Nachrichten laufen ins Leere.
Rückenwind allein reicht offenbar nicht mehr.
In den USA hat sich der Ton gegenüber digitalen Vermögenswerten verändert. Nicht radikal, nicht offiziell, aber spürbar. Kryptowährungen werden seltener als reines Risiko beschrieben, häufiger als Teil eines größeren finanziellen Umbruchs. Ein Kurswechsel ist das noch nicht. Eher ein Prozess.
Trump, Davos – und Erwartungen, die kleiner geworden sind
Auch Donald Trump taucht wieder häufiger im Kontext der Märkte auf. Sein Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2026 wurde genau beobachtet. Klare Krypto-Versprechen gab es nicht. Aber wirtschaftliche Eigenständigkeit, Deregulierung, Wettbewerbsfähigkeit – das kam in der Branche an.
Die Reaktion? Verhaltener als früher. Statt einer spontanen Rallye folgte Ernüchterung. Anleger scheinen gelernt zu haben, politische Aussagen nicht mehr automatisch in steigende Kurse zu übersetzen. Vielleicht ist das ein Zeichen von Reife. Vielleicht auch nur Müdigkeit.
Bitcoin bleibt das Maß – auch im Schwächemodus

Bitcoin ist und bleibt der Referenzpunkt. Ende Januar 2026 bewegt sich der Kurs je nach Handelsplatz zwischen 88.000 und 90.000 US-Dollar. Das liegt deutlich unter dem Hoch von rund 126.000 US-Dollar, das im Herbst 2025 erreicht wurde.
Besonders aufmerksam werden derzeit die Spot-Bitcoin-ETFs verfolgt. Im Januar kam es an mehreren Tagen zu Abflüssen in dreistelliger Millionenhöhe. Allein aus BlackRocks IBIT-ETF flossen zeitweise über 350 Millionen US-Dollar ab, Fidelitys FBTC verlor an einem Tag fast 300 Millionen US-Dollar.
Das sieht nach Panik aus. Ist es aber meist nicht.
ETFs reagieren sensibel auf Zinsen, Geopolitik, Liquidität. Viele institutionelle Anleger reduzieren Risiko, nicht Überzeugung. Trotzdem bleibt das Chartbild angespannt. Solange Bitcoin die Zone um 102.000 bis 103.000 US-Dollar nicht zurückerobert, sehen viele Analysten die Bären im Vorteil. Unterhalb von 85.000 US-Dollar würden neue Unterstützungen getestet.
XRP: Weniger Sonderfall, mehr taktisches Asset
Parallel dazu rückt XRP wieder stärker in den Fokus. Der Token notiert Ende Januar 2026 bei etwa 1,90 US-Dollar und zeigt sich stabiler als in früheren Konsolidierungsphasen. Das hat weniger mit Marktlaune zu tun als mit Regulierung.
Nach Jahren juristischer Unsicherheit gilt XRP für viele Investoren nicht mehr als Sonderfall. Entsprechend tauchen wieder Szenarien auf, die Kursanstiege von 100 bis 200 Prozent für möglich halten. Möglich – nicht sicher. Auffällig ist, wie XRP eingesetzt wird. Weniger als langfristiger Wertspeicher, mehr als taktische Beimischung. Für Anleger, die bereit sind, regulatorische Entwicklungen aktiv zu verfolgen und Schwankungen auszuhalten.
Unternehmensbewegungen verstärken die Nervosität
Zusätzliche Unruhe kam zuletzt von Unternehmensentscheidungen. Als GameStop im Januar seine 4.710 Bitcoin im Wert von über 420 Millionen US-Dollar zu Coinbase Prime transferierte, reagierte der Markt sofort. Solche Transfers werden oft als Verkaufsvorbereitung interpretiert – auch wenn das nicht zwingend zutrifft.
Sollte GameStop verkaufen, läge der Verlust bei rund 76 Millionen US-Dollar. Der durchschnittliche Einstiegspreis lag bei etwa 108.000 US-Dollar pro Bitcoin.
Der Fall zeigt, wie sensibel der Markt auf institutionelle Signale reagiert. Unternehmens-Treasuries gelten als Vertrauensanker. Jede Bewegung daran wirkt wie ein Belastungstest.
Währenddessen: kleinere Projekte rücken wieder ins Blickfeld

Während sich die großen Coins abmühen, schauen viele Anleger wieder nach unten – nicht im Kurs, sondern in der Marktkapitalisierung. Auffällig ist, dass nicht mehr jeder Meme-Coin automatisch Aufmerksamkeit bekommt. Der Markt wirkt selektiver.
In diesem Umfeld taucht seit einigen Wochen vermehrt der Name Pepenode auf.
Das Projekt bewegt sich zwischen Meme-Kultur und Infrastruktur-Narrativ. Pepenode setzt bewusst auf Community-Dynamik, versucht diese aber mit einem funktionalen Ansatz zu verbinden. Nodes sollen nicht nur Symbolik sein, sondern aktiv ins Netzwerk eingebunden werden.
Für Investoren ist Pepenode kein Ersatz für Bitcoin oder XRP. Eher ein Nebenwert. Ein asymmetrischer. Hohes Risiko, wie bei allen frühen Projekten. Genau diese Mischung aus Meme-Reichweite und technischer Ambition erklärt jedoch, warum Pepenode auf Watchlists auftaucht – häufiger auf Beobachtungslisten als in Portfolios.
Regulierung zieht an – und sortiert aus
Parallel dazu verschärfen Aufsichtsbehörden ihren Blick. Das US-Justizministerium veröffentlichte für 2025 Zahlen, die deutlich sind: 265 Angeklagte, ein geplanter Gesamtschaden von über 16 Milliarden US-Dollar, zahlreiche Betrugs- und Geldwäschefälle mit Krypto-Bezug.
Kurzfristig sorgt das für Unsicherheit. Langfristig könnte genau dieser Druck Struktur bringen. Klare Regeln, klare Konsequenzen, weniger Grauzonen. Für institutionelle Investoren ist das kein Nachteil.
Kein Fazit, eher ein Zwischenstand
Anfang 2026 ist der Kryptomarkt weder euphorisch noch kollabiert. Er wirkt vorsichtig. Müde vielleicht. Aber auch erstaunlich rational.
Bitcoin sucht Richtung. XRP sucht Neubewertung. Neue Projekte wie pepenode suchen Aufmerksamkeit. Für Investoren ist das kein schlechtes Umfeld. Aber eines, das Disziplin verlangt.
Wer einfache Geschichten sucht, wird enttäuscht. Wer Zahlen, Zeitpunkte und Brüche ernst nimmt, erkennt einen Markt, der sich neu sortiert. Langsam. Widersprüchlich. Und genau deshalb interessant.

